Wednesday, 2. april 2008
3
02
/04
/Apr.
/2008
16:28
Heute ist mal wieder ein Supertag...immer nur Druck, Druck, Druck....und diese Scheißarbeit mit diesen nervigen Scheißkunden... Es kotzt
mich so an.
Manchen Kollegen gelingt die Flucht, vor allem den netten. Heute hat ein sehr netter Kollege erzählt, dass er zu 90% einen anderen Job hat. Gut für ihn, schlecht für mich, die ich bleiben muss.
Bei meinen Bewerbungen passiert nix. Ich kriege, so wie heute, höchstens eine E-Mail, dass der Job leider anderweitig vergeben wurde. Schönen Gruß...ohne dass die sich vorher gemeldet
hätten. Da kann ich meine Bewerbungen auch gleich in den Mülleimer werfen, in dem Fall in den virtuellen, da es eine E-Mailbewerbung war.
Ich weiß auch ehrlich nicht mehr ,was ich machen soll, denn ich habe schon so viele Bewerbungen geschrieben, dass ich meine Wohnung damit locker dreimal tapezieren kann. Ich habe mir auch
Beratung geholt, aber was nützt es, wenn einen niemand will. Da nützt die beste Beratung nichts. Ich bin wohl einfach überflüssig, Dreck, der nur noch gut genug ist, um im Callcenter geschunden
zu werden. Dieses Gefühl beschleicht mich jedenfalls jeden Tag aufs Neue.
Das wird mir in so Augenblicken klar, wenn Kollegen relativ easy Jobs finden, und ich sitze hier fest, in der Falle, und würde so gerne weg. So gern. Und da ich ja nicht einfach kündigen
kann, ohne etwas andere zu haben, bleibt nur der Wehmut, bei der Vorstellung, man könnte gehen und müsste nicht mehr wiederkommen und hätte doch etwas, um seinen Lebensunterhalt zu
bestreiten.
Ein Traum...der aber leider immer nur für andere wahr wird...
So rüttele ich an den Gitterstäben...
Außerdem wird der Job auch nicht unbedingt leichter zu ertragen, wenn alle Leute, die nett sind, irgendwann gehen...so sehr ich mich auch für die Kollegen freue, weil sie nett sind und ich es
ihnen gönne, so nehme ich es ihnen irgendwo tief in mir drin auch übel, dass sie einfach gehen und mich in dem Scheiß hier zurücklassen. Sicher ist das nicht fair, sie können ja nichts
dafür, aber man hat das Gefühl, dass alle das sinkende Schiff verlassen, obwohl dass doch eher das falsche Bild ist. Das Schiff sinkt ja nicht, jedenfalls noch nicht. Es ist bleibt doch eher beim
Vergleich von Alcatraz, von dem Einigen ab und zu die Flucht gelingt, und die, die noch da festsitzen, denken wütend daran.
Ja, dann musst du was tun, höre ich so oft. Nur: was? Oder besser: was denn noch? Außer Bewerbungen habe ich schon so viel probiert, sei es Weiterbildung, Beratung, Training, Praktika etc. Nichts
hat was genutzt.
Und die Arbeit selbst? Jeden Tag denke ich, puh, erledigt, das und dies und jenes geschafft, und jeden Tag kommt neuer Scheiß, weil die Kunden einfach abgezockt werden, weil die Policy die Kunden
total übervorteilt. Und jeden Tag versuchst du, da durchzukommen, einigermaßen heil, aber da es nie ein Ende hat, wird man jeden Tag ein Stück weniger, oder jeden Tag ein Stück mehr zum
Zombie.
Gleich ist Feierabend, aber morgen geht es wieder los.