Wednesday, 7. may 2008 3 07 /05 /Mai /2008 21:36
Zurzeit bin ich wieder megaangenervt von einigen Kollegen. Einige sind so stumpf, da denke ich mir immer, dass es klar ist, dass so jemand im Callcenter arbeitet. Ewig dieses unendliche, öde Geblubber über Fußball...blablabla, alles totaler Verbalmüll.
An manchen Tagen ist es so unerträglich, dass ich mich - soweit möglich - weit wegsetzen muss, um nicht das Kotzen zu kriegen. Da fühlt man sich wahrlich wie in der Hölle: stumpfsinnige, öde und geisttötende Arbeit und dumme Menschen, die unfähig zu halbwegs intelligenter Kommunikation sind.

Allerdings gibt es auch KollegInnen, bei denen das anders ist. Die - wie man selbst auch - nebenbei noch anderes machen, und das gern hauptberuflich machen würden. Da erstaunt es mich doch immer wieder, wieviele spannende, ambitionierte und emsige Leute dabei sind, die eine ganze Menge nebenbei und trotz allem machen, die aber ebenso wie ich selbst unter dem Scheiß hier leiden.

Ich frage mich nur, wie so oft, wie lange man das so durchhalten kann, ohne nicht total zu verzweifeln an dem Mist hier. Ich finde es oft so geisttötend, dass ich meine, das kann auf die Dauer nicht ohne Auswirkungen bleiben.

Leider ist es auch eben so, dass die netten und tollen KollegInnen irgendwann weggehen, und man selbst möchte auch so dringend weg, dass man lieber Trainspotting in Erwägung zieht, als noch länger da zu sein.


Kira
von Kira Maibaum - veröffentlicht in: des Wahnsinns fette Beute - Community: Lebensalltag
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Thursday, 10. april 2008 4 10 /04 /Apr. /2008 15:55

So kommt es mir jedenfalls heute wieder vor. Jegliche Kommunikation mit Kollegen über bestimmte Vorgänge scheitert total, und ich weiß nicht warum.

Beispielsweise sage ich einem Kollegen: dieser oder jener Fall ist erledigt, den brauchst du uns nicht mehr per E-Mail als Erinnerung zu schicken, du kannst ihn von der Liste runternehmen. Ich sage es persönlich, ich antworte per E-Mail. Die Antwort ist: bei mir ist der Fall noch offen, da kein ausgefülltes Antwort-Template geschickt wurde.
Da ich den Fall schon vor Tagen erledigt hatte, habe ich auch schon vor Tagen besagtes Template geschickt. Und dann die E-Mail mit dem Template gelöscht, da sie nicht mehr gebraucht wird.
Also versuche ich dem Kollegen zu erklären, dass ich aus diesem Grund das Template nicht mehr habe, es ja aber schon geschickt hatte. Wenn er es nicht  hat, soll er mir halt die E-Mail samt Template noch mal schicken, denn sonst kann ich nicht mit Template antworten, sondern eben nur in die Liste eintragen, dass die Fälle gelöst sind.
Aber nein, stattdessen bekomme ich jeden elenden Tag diese Liste mit den eigentlich schon gelösten Fällen. Jedesmal versuche ich es wieder zu erklären, jedesmal scheitere ich wieder.

Ich weiß nicht, woran es liegt, man bekommt wirklich den Eindruck, als spräche man Chinesisch. Oder aber gewisse Kollegen leiden an Aphasie, so dass akustische Signale falsch verarbeitet werden. Das würde auch den leeren, stumpfen Gesichtsausdruck mancher Leute hier erklären. Den hatte ich mir bisher eher damit erklärt, dass einige Leute sich zu stark mit dem Job oder dem Callcenter identifizieren oder einfach schon zu lange hier arbeiten (ja,ja, das gibt's), aber offenbar gibt  es auch noch andere Gründe...

Man begegnet auch oft Kollegen, die einen nicht zurückgrüßen, sondern einfach nur stumpf anstarren... das scheint die Arbeit im Callcenter auf die Dauer aus einem zu machen. Ist irgendwo auch kein Wunder.

Der Gedanke, dass ich irgendwann selbst so werde, lässt mich regelmäßig schaudern.

Kommunikationsprobleme bedeutet aber auch, dass man oft keine oder völlig sinnlose Antworten bekommt. Du fragst einen Kollegen etwas, weil du - wie das bei Fragen so ist - eine bestimmte Information brauchst, und die Antwort, die du erhältst, ist null Information (ohne dass der betreffende Kollege aber sagen würde: "ich weiß es nicht", wofür ich Verständnis hätte) mit völlig sinnlosem Blabla getarnt, damit bloß niemand merkt, dass die Antwort Blödsinn ist. Oft bereue ich dann, dass ich  gefragt habe, weil ich merke, dass ich da nicht weiterkomme.

Dann versuche ich meistens, die Antwort oder die Lösung selbst irgendwie  zu finden oder einfach einen 'Workaround', wenn das nicht geht.

Es ist auch nicht immer und mit allen so, es gibt auch Kollegen, mit denen man prima kommunizieren kann und auch vernünftige Antworten bekommt, aber das Kommunikationsproblem hier nimmt zu.

Manchmal stehe ich nur da und kann nur mit den Achseln zucken, den Fall unbearbeitet lassen und mich auf meinen Platz trollen, weil ich keine Information bekomme und ohne Information nicht weiter komme.
Das kann einen ganz schön erschöpfen auf die Dauer.

Kira

von Kira Maibaum - veröffentlicht in: des Wahnsinns fette Beute - Community: Lebensalltag
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Thursday, 3. april 2008 4 03 /04 /Apr. /2008 16:41

Das war von Anfang an so, dass Information der MitarbeiterInnen über wichtige organisatorische Dinge so gut wie gar nicht passierte. Und das ist auch eigentlich bis heute so geblieben.
Ich wurde eingestellt, um auf Niederländisch zu telefonieren. Aber als wir mit der Schulung fertig waren, hieß es am ersten Tag, nein, zur Eingewöhnung telefonieren erst einmal alle 2 Wochen auf Deutsch. Aha. Das war ja für mich keine Problem, da Deutsch meine Muttersprache ist. Aber einige aus der Gruppe hatten kaum oder nur wenig Deutschkenntnisse, sollten und mussten aber trotzdem deutsche Calls annehmen. Wird wohl  prima 'rübergekommen sein bei den Kunden, wenn du da jemanden am Telefon hast, der kaum deiner Sprache mächtig ist.
Am Ende der zwei Wochen dachte ich, ok, jetzt nur noch auf Niederländisch. Dann hieß es: du machst ja Deutsch und Niederländisch. Ich: nein, ich mache Niederländisch. Sie: Du weißt doch, dass du zwei Sprachen telefonieren wirst? Nein, natürlich wusste ich das nicht.

Und so ist es geblieben. Selbst die für deinen Job notwendigen organisatorischen Infos kriegst du überhaupt nicht. Da gibt es auch KollegInnen, die  wurden überhaupt nicht informiert, dass sie plötzlich noch für andere Sprachen, als die, für die sie eingestellt wurden, telefonieren sollten. Erst als sie die entsprechenden Calls in der Leitung hatten, wussten sie es. Überraschung... Die KollegInnen wurden in dem Fall auch nicht gefragt, ob sie das machen könnten, oft war es auch einfach ein sprachliches Problem. Es wurde einfach davon ausgegangen.

Das sind nur kleine, und zugegeben periphere Beispiele. Aber es gibt noch mehr, angefangen bei Schichtplanung, Mitarbeiterführung,  Schulung.  Oder aber nicht mal so unwesentliche Aspekte wie Kündigungsschutz oder Arbeitsverträge.
Davon später mehr.

von Kira Maibaum - veröffentlicht in: Arbeitsorganisation und Arbeitskultur im CC - Community: Lebensalltag
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Wednesday, 2. april 2008 3 02 /04 /Apr. /2008 16:28

Heute ist mal wieder ein Supertag...immer nur Druck, Druck, Druck....und diese Scheißarbeit mit diesen nervigen Scheißkunden... Es kotzt mich so an. 

Manchen Kollegen gelingt die Flucht, vor allem den netten. Heute hat ein sehr netter Kollege erzählt, dass er zu 90% einen anderen Job hat. Gut für ihn, schlecht für mich, die ich bleiben muss. Bei meinen Bewerbungen passiert nix. Ich kriege, so wie heute, höchstens eine E-Mail, dass der Job leider anderweitig vergeben wurde.  Schönen Gruß...ohne dass die sich vorher gemeldet hätten.  Da kann ich meine Bewerbungen auch gleich in den Mülleimer werfen, in dem Fall in den virtuellen, da es eine E-Mailbewerbung war.

Ich weiß auch ehrlich nicht mehr ,was ich machen soll, denn ich habe schon so viele Bewerbungen geschrieben, dass ich meine Wohnung damit locker dreimal tapezieren kann. Ich habe mir auch Beratung geholt, aber was nützt es, wenn einen niemand will. Da nützt die beste Beratung nichts. Ich bin wohl einfach überflüssig, Dreck, der nur noch gut genug ist, um im Callcenter geschunden zu werden. Dieses Gefühl beschleicht mich jedenfalls jeden Tag aufs Neue.

Das wird mir in so Augenblicken klar, wenn Kollegen relativ easy Jobs finden, und ich sitze hier fest, in der Falle, und würde so gerne weg.  So gern. Und da ich ja nicht einfach kündigen kann, ohne etwas andere zu haben, bleibt nur der Wehmut, bei der Vorstellung, man könnte gehen und müsste nicht mehr wiederkommen und hätte doch etwas, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Ein Traum...der aber leider immer nur für andere wahr wird...

So rüttele ich an den Gitterstäben...

Außerdem wird der Job auch nicht unbedingt leichter zu ertragen, wenn alle Leute, die nett sind, irgendwann gehen...so sehr ich mich auch für die Kollegen freue, weil sie nett sind und ich es ihnen gönne, so nehme ich es ihnen irgendwo tief in mir drin auch übel, dass sie einfach gehen und mich in dem Scheiß hier zurücklassen.  Sicher ist das nicht fair, sie können ja nichts dafür, aber man hat das Gefühl, dass alle das sinkende Schiff verlassen, obwohl dass doch eher das falsche Bild ist. Das Schiff sinkt ja nicht, jedenfalls noch nicht. Es ist bleibt doch eher beim Vergleich von Alcatraz, von dem Einigen ab und zu die Flucht gelingt, und die, die noch da festsitzen, denken wütend daran.

Ja, dann musst du was tun, höre ich so oft. Nur: was? Oder besser: was denn noch? Außer Bewerbungen habe ich schon so viel probiert, sei es Weiterbildung, Beratung, Training, Praktika etc. Nichts hat was genutzt.

Und die Arbeit selbst? Jeden Tag denke ich, puh, erledigt, das und dies und jenes geschafft, und jeden Tag kommt neuer Scheiß, weil die Kunden einfach abgezockt werden, weil die Policy die Kunden total übervorteilt. Und jeden Tag versuchst du, da durchzukommen, einigermaßen heil, aber da es nie ein Ende  hat, wird man jeden Tag ein Stück weniger, oder jeden Tag ein Stück mehr zum Zombie.

Gleich ist Feierabend, aber morgen geht es wieder los.

von Kira Maibaum - veröffentlicht in: des Wahnsinns fette Beute - Community: Lebensalltag
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Saturday, 29. march 2008 6 29 /03 /März /2008 16:55

Samstag. Samstag ist immer besonders nett, weil wir dann soviele Anrufe haben, da teilweise einfach mehr Kunden wegen ihrer Hardware oder Software anrufen oder zum Teil auch, weil andere Callcenter, die auch den Support machen, nicht am WE arbeiten. Ich kriege unheimlich viele Calls von Kollegen und muss natürlich Calls übernehmen und Rückrufe machen.
Irgendwann heute war ich so gereizt, dass ich nach einem Gespräch mit einem besonders unfreundlichem Kunden mein Headset in die Ecke geworfen habe. Nicht das letzte Mal heute.  Wundert mich sowieso, dass das Teil noch funktioniert. Wenigstens ein Arbeitsgerät in diesem Job, das gute Qualität hat.
Schlimmer ist, dass ich auch kurz davor bin die KollegInnen in der Hotline anzuschnauzen, wenn irgendwelche Infos fehlen oder nicht sofort klar ist, worum es geht, obwohl die meist nichts dafür können. Dieser Job verwandelt den nettesten Menschen in einen Zombie. Gut ,der netteste Mensch bin ich nicht, aber dennoch eigentlich ganz vernünftig und freundlich meiner Umwelt gegenüber. Eigentlich, oder soll ich sagen: nicht mehr? Auch nach der Arbeit ist man total geladen, und wenn mir nur jemand an der Kasse im Supermarkt zu nahe kommt, kann ich schon total ungehalten werden. Und der Kassiererin gegenüber bin ich total ungeduldig und unfreundlich, um nicht zu sagen, ätzend.  So wie die Kunden oder die Vorgesetzten zu uns. So gibt man den Druck weiter und weiter...

Ich hasse das! Aber ich kann es nicht ändern. Muss da raus. Leichter gesagt als getan natürlich, denn Miete will bezahlt werden...das geht ja allen so. So sitze ich weiter als Zombie am PC, fühle mich innerlich total zerrieben.

Sicher ist das alles banal und trifft auf tausend andere beschissene Jobs auch zu. Ich habe auch nicht den Anspruch, etwas total Originelles zu schreiben. Originelles passiert hier kaum. Sicher, ab und an ruft der eine oder andere durchgeknallte Kunde an, der unter Drogen steht oder sich beschwert, dass er noch Garantie hat wie heute, aber sonst...

Es geht mir eher darum, zu zeigen, was geistlose, stupide Tätigkeiten mit Menschen machen. Es ist nicht nur, dass sie langweilig sind oder schlecht bezahlt.  Sie verändern dich. Meines Erachtens depersonalisieren sie dich, verdummen dich und machen dich asozial und kaltschnäuzig. Und sie machen krank. Wenn man noch merkt, was mit einem passiert, ist es kaum zum Aushalten. Deshalb schalten sich viele ab. Ich kriege hier - mal deutlicher, mal subtiler, mit, dass sich viele regelmäßig abschießen - mit legalen Drogen meist. Ich bin davon auch nicht frei. Man kann nicht mehr anders abschalten. Anders kann man nicht wachen Geistes noch 8 Stunden oder mehr jeden Tag als Zombie dasitzen.

Morgen ist Sonntag. Morgen bin ich dann schon ab 8 Uhr hier, denn die Sommerzeit beginnt ja. Bin mal gespannt, wie viele Kollegen verschlafen...


Kira

 

 

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Friday, 28. march 2008 5 28 /03 /März /2008 17:17
Meine lieben Vorgesetzten labern nur blödes Zeug, haben keine Ahnung, wie ätzend das wirklich nicht. Sie können oder wollen sich nicht mehr erinnern, wie zermürbend dieser stumfpsinnige Job am Telefon ist. Das habe ich gerade wieder in einer kleinen Diskussion mit einem Vorgesetzten festgestellt. Alles wird schöngeredet, blabla, ist ja alles kein Problem, du musst da einfach mit einer anderen Einstellung rangehen. Idioten. Ich hasse sie

Kira
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Friday, 28. march 2008 5 28 /03 /März /2008 16:07
Jetzt hatte ich eine knappe Woche Urlaub und bin jetzt den zweiten Tag wieder in Alcatraz. Ich könnte hier schon wieder nur schreien. Die Kunden und diese stumpfsinnige Betätigung reiben mich so auf, dass ich nach 8 Stunden nicht mehr in der Lage bin, irgendwas Sinnvolles zu machen. Eigentlich müsste ich dringend Sachen recherchieren oder mich um andere Jobs kümmern, aber nach 8 Stunden ödester Bildschirm- und Telefonarbeit hat man die geistige Verfassung eines nassen, zerknüllten Papiertaschentuchs.
So drehe ich mich im Teufelskreis, weil der Job so stressig und so stumpsinnig ist, ist man so ausgelaugt nach einem Tag, dass man sich gar nicht mehr groß um Alternativen kümmern kann. Dadurch kommt man da aber nicht weg, wie denn auch? Da man aber eben keine Alternative in irgendeiner Form hat, kann man seine Stunden auch nicht reduzieren, weil man davon dann nicht mehr leben könnte, denn der Job ist zudem auch noch derart schlecht bezahlt, dass ich nur mit 40 Stunden gerade mal davon leben kann.
Dadurch aber wiederum habe ich natürlich wieder null Zeit, um mich um was anderes zu kümmern, so dass...

Mir kommt es im Moment wirklich wie ein Teufelskreis vor, aus dem es kein Entrinnen gibt.

Du arbeitest und arbeitest, du kommst dir vor wie Sysiphos, der jeden Tag aufs Neue vom Felsbrocken wieder  überrollt wird. Immer wieder bügelst du aus, was irgendwo anders verbockt wurde, musst den Kunden gegenüber wegen falscher Versprechungen Rede und Antwort stehen. Das schlaucht mich, immer wieder in der Schusslinie zu stehen, nichts dafür zu können, aber immer wieder und wieder beschimpft zu werden.

Die SV's (=Supervisor) behaupten ja, dass mich das doch gar nicht berühren dürfte, schließlich meinen die mit ihren Beschimpfungen ja nicht mich...hahaha. Und wenn ich dann aus Frust im Job die Menschen in meinem Umfeld anschnauze, meine ich sie ja auch nicht, aber dennoch beschimpfe ich sie ungerechterweise. Sehr witzig...

Diese WE muss ich Samstag und Sonntag arbeiten, das wird die Hölle. Samstags vor allem wird man gewöhnlich mit Anrufen von Kunden, und deshalb der Consultline zugeschmissen.  Consultline bedeutet, dass die Kollegen, die an der Hotline sitzen, anrufen, wenn sie mit den Kunden nicht weiterkommen. Dann muss ich ihnen helfen, das Problem zu lösen oder oft, vor allem, wenn Kunden wütend sind, muss man die Gespräche auch übernehmen.
Das ist schon in der eigenen Muttersprache total anstrengend und löst zuweilen totale Aggressionen in mir aus. Hinzu kommt, dass ich das meistens noch auf Niederländisch machen muss. Da dieses nur meine 3. Fremdsprache ist, ist meine Eloquenz hier begrenzt. Also bin ich oft derart angestrengt davon, zumal die niederländische Mentalität auch derart ist, sich wg. 1,23 € noch tierisch aufzuführen und ein Theater zu machen, wenn sie die nicht kriegen.

In all dem kriegte ich heute von meinem SV auch noch zu hören ,dass ich ja eigentlich nicht so viel machen würde bzw. nicht so viel zu tun hätte, und noch  zwischendrin dieses oder jenes noch eben dokumentieren könnte. Na klar. Der Typ  telefoniert halt nicht und weiß offenbar (nicht mehr), wie aufreibend diese Anrufe bei den Kunden sind, bei denen ich schon vorher weiß, wie ätzend das wird, weil man den Kunden eben nicht geben kann, was sie wollen.


Oh verdammt, meine Pause ist zuende. Bis später

Kira
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Wednesday, 19. march 2008 3 19 /03 /März /2008 20:51
...und wieder ein schöner Tag in Alcatraz. Spätschicht. Wir arbeiten ja hauptsächlich von 9-17:30 und von 13:30-22 Uhr. 

Diese Woche ist also Spätschicht dran. Man ist schon nach 4 Stunden so gar, dass man das Gefühl hat, schon 12 Stunden hier zu sitzen. 
Das Schlimme sind die Kunden, die einem die Ohren vollheulen und je nach Herkunft extrem patzig und unverschämt sind. Aber sind auch die Fälle, die man teilweise von Kollegen reingereicht bekommt, die eigentlich nicht eskaliert werden müssten, da es eine ganz klare Politik des Unternehmens dazu gibt. Aber anstatt dies den Kunden zu sagen, werden falsche Versprechungen gemacht, und man muss die Kunden dann anrufen und ihnen sagen: gibts nicht, geht nicht, tut mir leid. Rate, wer dann das Arschloch ist...

Und dann sind da natürlich noch die Vorgesetzten, die sich immer neue Schikanen ausdenken, um dir die Arbeit zu erschweren, die sowieso schon beschissen genug ist. Hier eine Anweisung, da ein Anschiss, wenn du nicht alles sofort, am besten gestern und alles auf einmal schaffst.

Die Anrufe der Kollegen sind ok, die sind ja meistens Leidensgenossen...

Da wären dann aber  noch die Kollegen, die einfach komplette Idioten sind, und dieses tagtäglich, Stunde um Stunde unter Beweis stellen müssen, indem sie reden und reden und reden...und das auf einem Niveau, das die Kellerbodenplatten schon unterschritten  hat.  Da wären dann die ach so witzigen Sprüche, die hießen früher wohl mal 'Sponti-Sprüche', sind aber heute eher in den Postkartenständern der Ramschläden am Hauptbahnhof zu finden.  Oder die Deppen, die permanent nur über Fußball reden, wenn's nix Neues gibt, dann eben über die Grüne des Rasens. 

Aber im Grunde sind das Nebenschauplätze. Das Grundelend ist die Arbeit an sich, zwischen Profitinteressen des Callcenters, das den Dienst ja behalten und daher möglichst effektiv und kostengünstig gestalten will, was die MitarbeiterInnen dann ausbaden müssen, und auf der anderen Seite dem Auftraggeber des Dienstes mit kruden, realitätsfernen Service-Vorstellungen und unsinnigen Vorschriften, die man dann bei den Kunden durchpeitschen muss, wofür man zur Sau gemacht wird.

Alle Leute bei uns, die noch mindestens ein halbes Gehirn haben, wünschen sich hier so schnell wie möglich weg, und jeder, der was anderes findet, wird heiß beneidet, weil ihm oder ihr die Flucht aus Alcatraz gelungen ist. Denn so kommt es einem vor.
von Kira Maibaum - veröffentlicht in: Arbeitseindrücke aus dem Alltag
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Wednesday, 12. march 2008 3 12 /03 /März /2008 16:28
12.03.08
Heute habe ich frei. Juchu, aber eigentlich ist es wie einen Tag Ausgang im Knast zu haben: am nächsten Tag muss man wieder hin und unvermeidlich schließt sich die Tür hinter einem und man ist wieder eingesperrt.  Dabei ist es doch eigentlich nur ein Job, aber eben der schlimmste aller möglichen: Das Callcenter.  Früher habe ich immer gesagt: ich will nie, nie, nie in einem Callcenter arbeiten. Heute weiß ich : ich hatte recht.

Und ich mache noch nicht mal Outbound - also ich rufe nicht an, um Leuten etwas zu verkaufen, sondern ich mache technischen Support für bestimmte Hardware- und Softwareprodukte. Aber das ist  so öde und vor allem die Arbeitsbedingungen lassen einen Dinge wie Steineklopfen oder Arbeit in den Salzminen geradezu als Urlaub erscheinen.

In den nächsten Tagen gibt es mehr über meinen aufregenen Arbeitsalltag, meine Kollegen, Vorgesetzten und die tollen Arbetisbedingungen in dieser schönen, neuen Arbeitswelt.


von Kira Maibaum - veröffentlicht in: Arbeitseindrücke aus dem Alltag
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